1 Woche, 2 Kontinente, 6 Flüge, 3 Städte

Madrid, Rio de Janeiro und São Paulo

Manchmal sind Zwischenstopps gar nicht mal so übel. So hatte ich eine Nacht Aufenthalt in Madrid bevor es über den großen Teich ging. Das Wetter war zwar nicht gerade das was man als Kaiserwetter bezeichnen würde und meine Kleidungswahl auch nicht wirklich passend, dafür überzeugte mich die Stadt mit ihrer Schönheit.

Ich habe leider zeitbedingt nicht sehr viel von der Stadt gesehen, aber ein paar der Topsehenswürdigkeiten, wie das alte Rathaus und die Gran Via waren dabei.

Am nächsten Morgen hieß es wieder ab zum Flughafen und auf zu einem 10,5 Stunden Flug. juhu..! Der Flieger war wie durch ein Wunder echt wenig besetzt und ich hatte eine ganze 4rer Reihe für mich alleine, was die Reise um einiges angenehmer machte.

Die Landung in Rio de Janeiro gehört zu den spektakulärsten, die ich bisher erlebt habe. Besonders abends ist es unglaublich schön und ich war schon in die Stadt verliebt ohne auch nur einen Fuß ins Land gesetzt zu haben. Man landet inmitten von einem unendlichen Meer aus kleinen Lichtpunkten. Die Stadt ist so unfassbar groß und sieht nachts aus wie ein Schwarm Glühwürmchen. Leider sind Bilder aus dem Flugzeug hinaus fotografiert nie sonderlich gut, beziehungsweise lässt sich die Stimmung nur schwer einfangen. Ich habs trotzdem mal versucht.

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Landing in Rio de Janeiro (c) einfachhannah

Wenn ich Rio in einem Wort beschreiben müsste wäre es wohl: Bunt! Und das beschränkt sich nicht nur auf die Häuser mit ihren bunten Fassaden und Graffitis sondern umfasst einfach die gesamte Stimmung dieser Stadt. Die Cariocas, wie sich die Bewohner selbst bezeichnen, sind ein richtig entspanntes und herzliches Volk. Alle sehr hilfsbereit, wenn auch mit sehr sehr dürftigen bis nicht vorhandenen Englischkenntnissen, was zu einigen Missverständnissen führen kann. Das Essen zu bestellen war jedesmal aufs neue ein Abenteuer. Man durfte immer gespannt sein was im Endeffekt dann am Tisch landete. Eines war es aber immer: Lecker und fettig. Und ja, die Caipirinhas sind so gut wie man sie sich vorstellt!

Rio macht glücklich, Rio macht froh! Neben den offensichtlichen Sehenswürdigkeiten wie der Christusstatue oder dem Zuckerhut, kann ich jedem nur empfehlen einfach darauf los zu spazieren. Man kann die Stadt sehr leicht mit U-bahn (es gibt nur 2 Linien), Bus und zu Fuß erkunden. Ein Spaziergang durch das Viertel Santa Teresa gehört aufjedenfall zu meinen Highlights. Es is alles so bunt und die Wände mit unzähligen Graffitis verziert. Ich steh ja total auf Streetart, und davon gibts hier in Brasilien genug. Die berühmten bunten Stiegen namens Escadaria Selarón sind ein Kunstwerk der ganz anderen Art. Von weitem betrachtet sind sie einfach nur bunt. Betrachtet man sie dann aber mal genauer kann man gar nicht anders als jede Fliese einzeln zu bewundern. Ich hätte Stunden auf diesen Stufen verbringen können, weil einfach jede einzelne Fliese besonders ist. Gleich am Anfang habe ich sogar ein Stückchen Heimat an der Wand gefunden.

Wenn man den krassen Gegensatz zu Rio sucht, dann findet man ihn mit São Paulo. Mein erster Eindruck war um ehrlich zu sein eher ernüchternd. Die Stadt ist groß. Unglaublich groß. Kein Wunder mit 12 Millionen Einwohnern, die brauchen halt Platz. Ein grauer Betonblock nach dem anderen. Das ist Wohl das Wort um São Paulo zu beschreiben: Grau.

Aber, wie immer im Leben sollte man nicht vorschnell urteilen. So hat mich auch diese Stadt nach einem Spaziergang um den Finger gewickelt. São Paulo ist wie ein ungeschliffener Rohdiamant. Viel härter und kantiger als das süße Rio. Doch genau das ist es was die Stadt so besonders macht. Was Rio an Schönheit besitzt hat São Paulo an Coolness. Fast ein bisschen wie wenn man Wien mit Berlin vergleicht. Aber ich glaube so kann man es sich als Europäer am besten vorstellen. Das Nachtleben hier rockt richtig. Die ganze Szene hier ist einmalig. Und die Streetart erst. Sie haben eine eigene Schrift, die man auf jedem Haus sieht und die unverkennbar ist. Und ich habe womöglich ein paar der besten Skater der Welt hier gesehen. Der Mix aus klassischen Latinos, Gangstern und ganz wenigen Gringos ist echt speziell. Ein Besuch in den Favelas, die hier auch laut Einheimischen sehr gefährlich sind, ist sich leider dieses Mal nicht ausgegangen da einfach die Zeit zu knapp war, aber das werde ich beim nächsten Mal bestimmt noch nachholen.

Bis dahin, obrigada Brasil!

Hannah

 

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