Gehen.

Manchmal muss man einfach gehen. Und zwar weit. 

Für mich bedeutete das konkret, meinen geplanten 2 Wochen Urlaub in LA etwas zu verlängern. Um etwa 6 Monate.

Der Entschluss eine Weile wegzugehen kam relativ spontan im Juli, als ich vormittags am Sofa gesessen bin und mir einfach die Frage gestellt hab: „Warum nicht?“

Wie ihr euch vielleicht denken könnt habe ich kein „nicht“ gefunden und sitze deshalb genau da wo ich eben sitze. Und das ist im Moment – Mexiko. Genauer gesagt in einem ziemlich kleinen Nest namens Sayulita.

Dieser Ort ist wirklich genauso bezaubernd wie schon der Klang des Namens verrät. Die Bezeichnung Magical Town hat er sich definitiv verdient. Es leben nur knapp 3000 Einwohner hier, die Atmosphäre ist also wirklich sehr familiär und nach einer Woche hier gehört man schon voll dazu und trifft auf der Straße ständig bekannte Gesichter.

Die kleinen gepflasterten Gassen sind unfassbar süß mit bunten Fähnchen dekoriert, die Palmen in Selbstgehäkeltem eingehüllt, was  den Gang zum Meer schon fast surreal kitschig macht. Alle paar Meter findet man Bars und Restaurants die es einem unmöglich machen auf die tägliche Dosis Tacos zu verzichten. Aber Tacos haben eigentlich eine ganz eigene Geschichte verdient. Ich bin ehrlich süchtig danach. Schon allein die Art wie man sie isst, ist perfekt: so viel wie möglich auf die Flade aufladen, Soße drauf, am besten noch irgendwas in Käse ertränkt, zusammenrollen und in den Mund.

Eine für mich wirklich abscheuliche Spezialität hier heißt Mezcal. Es sieht aus wie Tequila, schmeckt und riecht wie Tequila aber ist keiner – wie ich schon des öfteren belehrt wurde. Man trinkt es hier ganz gemütlich zum Bier dazu. Genießt es. Außer Brechreiz und Kopfweh am nächsten Tag hat es bei mir allerdings nichts aufregendes ausgelöst. Ich bleib also lieber beim Bier, was hier leider sehr leicht und umso süffiger ist.

Die für mich spannendste Erfahrung hier ist aber, dass ich mich so richtig verliebt habe. Und zwar ins Surfen. Ja, ich. Genau die, die sich normalerweise bis Hüfthöhe ins Wasser traut und am liebsten schreiend rauslaufen würde sobald nur ein Stein die kleine Zehe berührt. Mein ganzer Körper tut weh und ist von blauen Flecken übersät, aber ich kann nicht anders als jeden Tag aufs neue wieder rauszupaddeln. Und es kostet mich alles an Überwindung und Kraft, was aber durch diese unendliche Ruhe die man erfährt wenn man mitten im Ozean herumtreibt, komplett ausgeglichen wird. Das Gefühl ist fast nicht in Worte zu fassen. Der Triumph, wenn man es wieder ein Stückchen weiter raus geschafft hat, länger durchgehalten hat, weniger Angst hat, sich dem Gefühl der vollkommenen Freiheit komplett hingeben kann, ist jede Mühe wert.

Eine weitere atemberaubende Erfahrung für mich war es in Mexico City endlich die vier Wände von Frida Kahlo betreten zu können. Die berühmte Casa Azul ist so unfassbar schön und ich hatte wirklich mit Tränen zu kämpfen als ich endlich die Chance hatte durch die Räume zu gehen in denen sie ihre ersten und letzten Stunden verbracht hat. Ich hatte Glück, da es an diesem Tag wirklich relativ ruhig war und ich somit ganz entspannt jede Sekunde darin genießen konnte. Es war wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag zusammen. Glückseligkeit pur.

Ich kann momentan sowieso von früh morgens bis abends nur lächeln, weil ich einfach nur glücklich bin.

 

❤ Hannah

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